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Vorsicht giftig!

Einige der schönsten Pflanzen, die wir gern betrachten und uns an ihrer Blütenpracht oder an den roten oder schwarzen Beeren im Herbst erfreuen, sind stark giftig. Auch im Odenwald und im Ried wachsen einige der Pflanzen, die uns den Tod bringen können.

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(Um ein Bild zu vergrößern, klicken Sie drauf! Wenn Sie den Namen der Giftpflanze anklicken, Sie gelangen zur entsprechenden Seite der Wikipedia-Bibliothek!)

 

Frucht - Vierblättrige Einbeere

Die Vergiftungen mit der Vierblättrigen Einbeere, kurz Einbeere genannt, werden durch den Genuss der großen, wachsartigen Frucht verursacht, die auf den vier großen Blättern ruht. Die Pflanze enthält neben mehreren stark wirkenden Giften auch Saponine. Vergiftungserscheinungen: Durchfall, enge Pupillen, Kopfschmerz, Nierenentzündung. Die Vergiftung kann zum Tode führen (Atemlähmung). 

Die Einbeere wächst auch im Odenwald und bevorzugt feuchte, nährstoffreiche und humose Böden 

 

Auch ist der Frühlingsbote, das Schneeglöckchen, ziemlich giftig. Es enthält - wie auch der Märzenbecher - giftige Alkaloide, die in der Therapie Verwendung finden (z. B. bei Lähmungen, Nervenentzündungen).

Das allbekannte Maiglöckchen ist giftig und zugleich eine begehrte Arzneipflanze. Gesammelt werden die Blätter oder die gesamte blühende Pflanze. Die Droge enthält Glykoside, die die Tätigkeit des Herzmuskels beeinflussen. Vorkommen im gesamten Odenwald und in der Ebene.

 

Bild links: Maiglöckchen-Blüte

Bild rechts: Frucht - rote Beeren

 

So wie das Maiglöckchen zu den Giftpflanzen zählt, so gehören auch alle Weißwurzen (oft als Maiblume bezeichnet), auf dem Bild die Vielblütige Weißwurz, zu den giftigen Pflanzen. Im Ried und im Odenwald finden wir diese Weißwurz-Pflanzen an geeigneten Stellen. Gewarnt werden muss vor allem vor den schwarz-blauen Beeren, die im Spätsommer die Pflanze für Kinder attraktiv machen. Diese Beeren sind besonders giftig.

 

 

Bild oben: Blüte im Mai/Juni

Bild unten: giftige Beeren im Aug./Sept. 

 

Zu den gefährlichsten Pflanzen zählt die Tollkirsche. Im Odenwald und in der Ebene kommt die Tollkirsche vereinzelt vor. Die großen, schwarzen Beeren sind besonders für Kinder verlockend. Symptome für Vergiftungen: ein Gefühl der Trockenheit im Mund und erweiterte Pupillen. Vorsicht auch bei anderen Nachtschattengewächsen wie dem Schwarzen Nachtschatten und der Kartoffel. (Bei der Kartoffel ist alles oberhalb des Bodens ungenießbar bis leicht giftig. Giftig sind auch die Keime.)

Die Sumpfdotterblume liebt Feuchtigkeit und ist an geeigneten Stellen im Odenwald sogar häufig anzutreffen. Im zeitigen Frühjahr erscheint ihre große gelbe Blüte. Dieses Hahnenfußgewächs enthält - wie auch andere Hahnenfußgewächse - giftiges Protoanemonin, welches die Haut reizt. Der Saft der Pflanze darf nicht in die Augen kommen!

Die Herbstzeitlose gehört zu den giftigsten Pflanzen und ist noch recht häufig im Odenwald zu finden. Vergiftungserscheinungen (Brennen und Kratzen im Hals und in der Mundhöhle, Erbrechen) können erst nach Stunden beobachtet werden. Giftig sind alle Teile der schönen Herbstzeitlosen - selbst das Wasser, in dem ein Strauß Herbstzeitlose stand.

Da z. Zt. der Bärlauch als hochwertiges Gemüse angepriesen wird, häufen sich die Vergiftungen mit der Herbstzeitlosen. Ihre Blätter ähneln sich sehr. (Merke: Zerreibt man ein Bärlauchblatt, so riecht es stark nach Knoblauch.)

 

 

Bild oben:  Blüte - August bis Oktober

Bild unten: Blätter mit Samenkapsel im Frühsommer 

 

Seidelbast links mit roter Frucht, rechts in Blüte

Der Seidelbast - im Odenwald nur sehr selten zu finden - ist ein Frühblüher (Februar- April) und wird deshalb auch gern im Garten gepflanzt. Die ganze Pflanze ist stark giftig. Symptome einer Vergiftung sind Erbrechen, Krämpfe, Blutungen und Brennen in der Kehle. Von diesem würgenden und brennenden Gefühl stammt auch der Name „Kellerhals“, den unsere Altvorderen für diese schöne Gift- und Arzneipflanze verwendeten. Bereits 5 bis 10 rote Seidelbast-Beeren genügen für eine lebensbedrohliche Vergiftung!

Auch an vielen Stellen im Odenwald und im Ried zu finden: der Aronstab. Die Pflanze mag Feuchtigkeit und Halbschatten. Man findet sie oft unter Sträuchern in feuchten Wäldern. Die roten Beeren, die besonders Kinder anlocken können, sind giftig - wie die ganze Pflanze auch. 

 

 

links Blüte; rechts Fruchtstand

 


Der als Arzneipflanze hoch geschätzte Rote Fingerhut kommt im Odenwald auf Lichtungen noch häufig vor. Auch der Gelbe Fingerhut ist im Odenwald vertreten, wenn auch sehr selten, und ist aber genauso giftig wie die Verwandtschaft - der Roter Fingerhut.

Blüte und gefleckter Stängel

Der Gefleckte Schierling gehört zu den giftigsten Pflanzen, die in Mitteleuropa wachsen. Er wird 80 – 200 cm hoch, ist ein Doldenblütler und man findet ihn am Weg, auf Ruderalstandorten, in der Nähe menschlicher Siedlungen. Er bevorzugt Böden mit ausreichender Nitratmenge.  In allen Teilen der Pflanze ist der Wirkstoff Alkaloid Coniin vorhanden, das für den Erwachsenen in einer Dosis von 0,5 bis 1 g tödlich ist. Zwei andere Doldenblütler sind ebenfalls besonders giftig: der Giftwasserschierling und die Hundspetersilie. Also – Vorsicht vor den schönen hohen Doldengewächsen! Sie alle wachsen an geeigneten Stellen im Odenwald und im Ried.

 

Ein wichtiges Erkennungsmerkmal für den Gefleckten Schierling sind die rot gefleckten Stängel im unteren Bereich. Auch haben die Stängel einen blauen Reif-Überzug - ähnlich wie reife Pflaumen. (Siehe Bild rechts!)

 

 

Blüte - Weiße Zaunrübe

Die Weiße Zaunrübe stammt ursprünglich aus dem Mittelmeergebiet. Die mehrjährige Pflanze mit weißer, rübenartiger Wurzel und bis zu 4 m langem, rankendem Stängel ist wie ihre Verwandtschaft, die Rote Zaunrübe, giftig. Sie wächst im Ufergestrüpp der Auen, an Zäunen und ist heute fast in jedem Weinberg zu finden. Zaunrüben enthalten Cucurbitane. 15 der schwarzen Beeren sollen bereits für Kinder tödlich sein. Auch äußerlich wirkt die Zaunrübe hautreizend und kann Blasen verursachen. Also Hände weg von der Pflanze aus der Familie der Kürbisgewächse.

Der Weiße oder Gemeine Stechapfel ist eine einjährige Pflanze und kann ca. 1 m hoch werden. Die Früchte sind stachlige Kapseln (bis 5 cm lang). Der Stechapfel gilt als Unkraut in Gärten und besonders in Weinbergen. Alle Pflanzenteile sind giftig. Das gilt besonders für die Wurzeln und den Samen. Auf Grund der hohen Giftigkeit wird in der BRD der Stechapfel nicht mehr in der Pharmazie eingesetzt.

 

Bild:

oben: Frucht Stechapfel

unten: Samen des Stechapfels 

 

Besenginster ist häufig in der Ebene und im Odenwald anzutreffen. Er bevorzugt kieselhaltigen Boden. Er zählt zu den sehr giftigen Pflanzen. In der Vergangenheit wurden die Blätter für Heilzwecke gesammelt. Vorsicht auch vor den großen Hülsen. Etliche Vergiftungen gehen auf ihr Konto.

 

Bild links: Blüte, rechts: Schoten

 

Das Pfaffenhütchen ist sowohl im Auwald als auch im Odenwald zu finden. Der 2-6 m hohe Strauch dient vielen Vögeln mit den roten Beeren als Winterfutter. Menschen sollten den Strauch mit Vorsicht begegnen. Die ganze Pflanze ist giftig. Samen, Blätter und Rinde enthalten Bitterstoffe, die abführend und brecherregend wirken. Verschiedene Herzglykoside und Alkaloide schädigen die Herzmuskulatur. Es kann zu schweren Herzproblemen kommen. 35 Beeren sollen tödlich sein! Also Vorsicht! 

Früher war der Wurmfarn ein bekanntes Mittel gegen den Bandwurm (Namensgeber für die Pflanze). Gesammelt wurde das Rhizom ohne Wurzeln und Blattbasen. Wegen der Giftigkeit des Farns und den Nebenwirkungen wird die Pflanze nicht mehr verwendet.

 

 

Der Adlerfarn ist ein weltweit verbreiteter, auffälliger Farn und auch in trockenen Waldabschnitten des Odenwaldes zu finden. Auf Lichtungen kann es zu einem massenhaften Auftreten kommen. Auffallend sind die langen Wedel. Der Farn selbst wird in der Regel 0,5 bis 2 m hoch. Die gesamte Pflanze ist giftig. Die jungen Blätter beinhalten den höchsten Gehalt an Wirkstoffen wie Blausäureglycoside. Häufig wurden bei Tieren Vergiftungen festgestellt. 

 

 

Der Rote Fliegenpilz ist im Vergleich zu einigen giftigen Pflanzen weniger giftig, aber auch nicht harmlos. Bereits ab Juni (bis in den November hinein) können wir den Fliegenpilz recht häufig im Odenwald und im Ried finden. Bereits bei Kindern ist der schöne Giftpilz als solcher bekannt. Vergiftungssymptome treten nach einer ½ bis 3 Stunden auf: Verwirrung, Sprachstörungen, Angstgefühl und Depressionen, aber auch Gleichgültigkeit und Glücksgefühle. (Rauschzustand – wie bei Alkohol)

 

Übrigens: Wenn man Teile des Fliegenpilzes in gezuckerte Milch legt, und Fliegen naschen davon, wirkt das Gift auf die Fliegen sofort tödlich. 

 

Eibe mit roten Beeren

Die heute sehr selten gewordene und streng geschützte Eibe gehört zu den Bäumen, die als giftig eingeordnet werden. Die ganze Pflanze, die bis zu 2.000 Jahre alt werden kann, enthält Toxin. (Holz, Rinde, Nadeln und Samen) Nur der Samenmantel ist genießbar. Aber auch beim Verzehr der roten Früchte traten bereits Vergiftungen auf. Vergiftungen sind von Menschen, Pferden und Rindern bekannt. Also – Hände weg von der Eibe, dem Baum mit den weichen Nadeln.

 


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